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System Ameise

Seit 02.11.2009 regiert auf dem Oxford Circus in London das Chaos: Nun dürfen Fußgänger auf der Kreuzung machen, was sie wollen - vorausgesetzt, sie sind fertig damit, wenn die Verkehrslawine wieder anrollt.


Die undurchschaubaren Muster sind als Verkehrsleitsystem gedacht und sollen Fußgänger dazu ermuntern, alles anders zu machen als bei gewöhnlichen Kreuzungen: Sie haben knappe 30 Sekunden Zeit, um die Kreuzung so zu überqueren, wie es ihnen gerade passt.

Grünphase absichtlich zu kurz

Auch flotte Fußgänger schaffen es erst auf die andere Straßenseite, wenn die Ampeln schon wieder Rot zeigen. Dass die Zeit absichtlich zu knapp bemessen ist, schaute sich Londons Bürgermeister Boris Johnson - wie überhaupt das ganze Kreuzungskonzept - aus Japan ab. Vorbild für die Neugestaltung der Querung von Oxford Street und Regent Street war die Kreuzung vor dem Shibuya-Bahnhof in Tokio, die in Spitzenzeiten von bis zu 15.000 Menschen pro Ampelphase gequert wird. Das simple Rezept: Jeder für sich und die Autofahrer gegen alle.

Skepsis der reinen Vernunft

Unter Zusicherung der Anonymität meinte der Polizist gegenüber dem "Guardian" (Dienstag-Ausgabe) skeptisch, das System beruhe "eben auf der Annahme, dass sich jeder intelligent benehmen wird. Und das ist eine ziemlich gewagte Annahme."

"Japanische" Feier, Gong inklusive

Johnson zeigte sich "zuversichtlich, dass das gut funktionieren wird - sobald die Leute den Bogen heraushaben". Nun könne die Kreuzung doppelt so viele Passanten bewältigen, und sie seien schneller dort, wo sie wollten - und all das noch rechtzeitig zum Weihnachtseinkauf.
Darüber hinaus ließ sich Johnson die Laune nicht verderben, haute zur Eröffnung medienwirksam mit einem riesigen Schlegel auf einen japanischen Gong und dirigierte eine Parade aus "japanisch" verkleideten Passanten über die Kreuzung.

"Ich war nicht mutig genug"

Die meisten Passanten zeigten sich jedoch eher zögerlich. Eine Fußgängerin meinte gegenüber dem "Evening Standard": "Ich war sehr in Versuchung, drüberzugehen, aber dann war ich nicht mutig genug. (...) Ich glaube, da werden jetzt mehr Leute überfahren werden." Eine ältere Dame nahm dafür entschlossen den Weg über die Diagonale. Sie entpuppte sich als kanadische Touristin und meinte: "Wir haben diese Art Kreuzungen vor etwa 40 Jahren in Calgary gehabt, aber sie sind sie dann wieder losgeworden, weil es einige Probleme gab."

(Quelle: http://www.orf.at/091102-44285/index.html)

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